Große Faszination trifft auf eine geografische Herausforderung.
In einem Sommer vor ein paar Jahren haben wir dir die Trendsportart Stand-up Paddling (SUP) vorgestellt, die sich am Attersee auch heute noch großer Beliebtheit erfreut. Vereinzelt sorgen jedes Jahr aber auch ein paar Kitesurfer mit ihren Schirmen und Boards für Aufsehen. Der wohl bekannteste Kitesurfer, der Ex-Skistar Hermann Maier, lässt es sich nicht nehmen, den bereits bei Seglern und Windsurfern beliebten Rosenwind (Ostwind) des Attersees in vollen Zügen zu genießen.
Was ist Kiten bzw. Kitesurfen?
Beim Kitesurfen stehst du auf einem Board, das Ähnlichkeiten zu einem kleinen Surfbrett oder Wakeboard aufweist, und wirst von einem Kite genannten Lenkdrachen – auch Windschirm oder Schirm genannt – über das Wasser gezogen.
Das Kitesurfen ist am Attersee noch eine relativ untypische Sportart. An schönen Sommertagen erntest du als Kitesurfer, der seinen Schirm beherrscht und über das türkise Wasser zieht, nicht selten anerkennenden Applaus von Seglern oder Tretbootfahrern und gefühlt hat dich der ganze See im BLick. Vom Ufer aus betrachtet ist die Sportart auch wegen der bunten Schirme ein Blickfang und zieht, ähnlich wie die Spinnaker-Segel der Segelboote, die Aufmerksamkeit der Zuseher auf sich.
⚠️ Wichtige Hinweise für Kitesurfer am Attersee
Obwohl der Attersee windtechnisch für das Kitesurfen sehr gute Bedingungen bietet – besonders der Rosenwind (Ostwind) – gibt es wichtige Punkte, die du beachten musst:
- Keine Kiteschulen am See:
Im Gegensatz zu den Kursangeboten für Windsurfer und Segler gibt es am Attersee keine dedizierten Kiteschulen oder Anfängerkurse. Das Erlernen dieser Sportart ist hier praktisch unmöglich. Die nächstgelegene Kiteschule findest du beispielsweise am Traunsee in Rindbach. - Keine offiziellen Startplätze:
Aktuell fehlt es am Attersee an einer offiziellen Infrastruktur. Es gibt defacto keine ausgewiesenen Startplätze für Kitesurfer. Mit dem Schirm brauchen auch langjährige Profis etwas Platz, um diesen vorzubereiten und zu starten. - Erfahrung notwendig:
Wer am Attersee Kitesurfen will, sollte weit über den Anfängerstatus hinaus sein. Im Sommer brauchst du ohne ein eigenes Boot oder eine Startmöglichkeit über das Wasser das Kiten gar nicht erst versuchen. - Windbedingungen:
Der begehrte Rosenwind (Ostwind) ist in Unterach nicht kitebar. Er reicht maximal bis zur Höhe des Strandbades Steinbach. Das heißt, ein Spot zwischen Litzlberg und dem Strandbad Steinbach wäre für Kitesurfer wünschenswert.
Der Attersee ist ein Revier für erfahrene Kitesurfer, die wissen, wie sie die Herausforderungen bezüglich Startplätzen und Infrastruktur meistern können. Anfänger sollten sich eher Richtung Südufer des Traunsees orientieren, hier gibt es bereits eine lebhafte Kite-Community und einfachere Bedingungen, um die Sportart zu erlernen.
Die Bedingungen für das Kitesurfen am Attersee sind grundsätzlich ideal, doch es fehlt an der nötigen Infrastruktur, um den Sport offiziell zu fördern. Inoffiziell kann in Unterach der Wasserski-Startplatz genutzt werden, aber es bleibt die Hoffnung, dass sich die Region in Zukunft für eine offizielle Lösung einsetzt. Sei gespannt, was die nächsten Sommer bringen werden! Die nächste Trendsportart mit dem Ritt auf einem surrenden eFoil wird bereits immer mehr. Nur der See, der bleibt der gleiche schöne Ort bei uns im äußeren Salzkammergut.


